Integrativer Ansatz zur Aufklärung taxonomischer Probleme in den Prasiolaceen (Trebouxiophyceae, Chlorophyta)

Blättrige Prasiola furfuracea wächst neben Vogelkot auf einen Stein (Rostock, Norddeutschland).

Mitglieder der Grünalgen-Familie Prasiolacae (Trebouxiophyceae) kommen insbesondere in nährstoffreichen Habitaten entlang der Meeresküsten und im Inland von temperierten und polaren Regionen vor. Als integraler Bestandteil von so genannten "kryptogamischen Überzügen" zeigen sie ungewöhnliche ökologische Eigenschaften, aber dennoch sind viele Aspekte ihrer Biologie unbekannt. Neuere molekulargenetische Studien haben zudem eine unerwartet hohe Diversität in diese Familie gezeigt, aber diese Studien deckten auch taxonomische Probleme innerhalb und zwischen morphologisch definierten Gattungen der Prasiolaceen auf. Um zukünftige Studien in dieser Familie von ökologisch wichtigen Primärproduzenten zu ermöglichen, ist eine klare und reproduzierbare Anwendung von taxonomischen Namen erforderlich. Dieses Projekt zielt darauf ab, eine Anzahl taxonomischer Probleme innerhalb der Familie in einem integrativen Ansatz aufzuklären, der die Neuentdeckung von Arten von der Nord- und Südhalbkugel mit Kulturstudien, der Sequenzierung von Herbarexemplaren und phylogenetischen Analysen basierend auf vielen Markern kombiniert.

Fädige Rosenvingiella tasmanica wächst inmitten von Flechten auf einem Holzsteg (Chatham Island, Südpazifik).

Projektleiterin
Dr. Svenja Heesch

Förderung
Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG im Rahmen des SPP 1991 "Taxon-OMICS"

Fördernummer
HE 8805/1-1
 
Laufzeit
2021 - 2024

Kooperationspartner

Prof. Dr. Fabio Rindi, Universität Ancona, Italien

Prof. Dr. Kjersti Sjøtun, Universität Bergen, Norwegen

Dr. Christian Bruckner, Havbruksparken/PolarAlge, Bodø, Norwegen

Prof. Dr. Wendy A. Nelson, Universität  Auckland und National Institute for Water & Atmospheric Research Ltd. (NIWA), Neuseeland

Dr. Judy E. Sutherland, National Institute for Water & Atmospheric Research Ltd. (NIWA), Neuseeland

Prof. Dr. Daniel Dietrich, Universität Konstanz