Biologische Bodenkrusten als Erstbesiedler von Kali-Abraumhalden

Wie biologische Bodenkrusten auf den fast ausschließlich aus Salz bestehenden Kali-Abraumhalden angesiedelt werden können, wird in diesem Projekt untersucht. Mit vielfältigen Schutzmechanismen vor Umweltstressoren können Bodenkrustenorganismen auf Extremstandorten leben und bereiten u.a. durch Nährstoffeintrag, Wasseranreicherung und Erosionsschutz die Besiedlung von höheren Pflanzen vor. Diese Eigenschaften sollen sich nun zu Nutze gemacht werden, um die bisher unbewachsenen Flächen auf Kali-Abraumhalden zu begrünen.

Diese extrem salzhaltigen Sonderstandorte entstehen bei der Produktion von Kali-Düngemitteln, denn dafür muss aus dem geförderten Kalisalz das nicht verwertbare Steinsalz abgetrennt werden. Regenwasser löst das Salz und verbreitet es in der Umgebung, was schließlich zu einer Versalzung der Umwelt führt. Eine geschlossene Pflanzendecke könnte den Salzaustrag verringern, indem das Regenwasser zurückgehalten wird. Doch bis heute gibt es keine zufriedenstellenden Begrünungskonzepte für die Halden. Die Idee des Projektes ist es nun, erstmals terrestrische Algen aus biologische Bodenkrusten für eine Begrünung einzusetzen. Dafür müssen zunächst Bodenkrustenorganismen aus salzbeeinflussten Standorten (z.B. auf den Halden und in der Umgebung) isoliert, in Salztoleranzexperimenten die Isolate mit der höchsten Toleranz ausgewählt und schließlich die Bildung künstlicher Krusten auf Haldenmaterial untersucht werden.

Förderung
Deutsche Bundesstiftung Umwelt
https://www.dbu.de/

Verantwortlich
Prof. Dr. Ulf Karsten
Veronika Sommer

Laufzeit
2017 - 2019

Kooperationspartner
Prof. Dr. Peter Leinweber (AUF, Universität Rostock)

Potash spoil heaps cause a salinization of the environment
Algal film on heap material © M. Kockx